Die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland veranstalten seit 1997 jedes Jahr am 3. Oktober den bundesweiten „Tag der offenen Moschee“, kurz TOM. Mehr als 1.000 Moscheen – und somit mehr als ein Drittel aller Moscheen in Deutschland – bieten an diesem Tag Moscheeführungen, Vorträge und Ausstellungen an. Gleichermaßen gibt es die Möglichkeit, Informationsmaterialien zu erhalten. Das Wichtigste jedoch sind die wunderbaren Begegnungsmöglichkeiten, die jährlich von mehr als 100.000 Besuchern wahrgenommen werden.

Seit dem Jahre 2007 wird der Tag der offenen Moschee unter der Schirmherrschaft des Koordinationsrats der Muslime (KRM) mit einem gemeinsamen Motto organisiert. Die Mottos der vergangenen Jahre lauteten:

• 2007: „Moscheen – Brücken für eine gemeinsame Zukunft“
• 2008: „Moscheen – Orte der Besinnung und des Feierns“
• 2009: „Moscheen – Ein fester Teil der Gesellschaft. 60 Jahre Bundesrepublik und ihre Muslime“
• 2010: „Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben“
• 2011: „Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit“
• 2012: „Islamische Kunst und Kultur“
• 2013: „Umweltschutz – Moscheen setzen sich ein“
• 2014: „Soziale Verantwortung - Muslime für die Gesellschaft“
• 2015: „Junge Muslime in Deutschland – Motiviert, engagiert, aktiv“

Der jeweils festgelegte Themenschwerpunkt soll verdeutlichen, dass Muslime, die in Moscheen, Vereinen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Initiativgruppen und Aktionsbündnissen aktiv sind, sich längst mit den Themen der Gesamtgesellschaft auseinandersetzen und positiv hineinwirken möchten. Ebenso ermöglichen es diese Themenschwerpunkte, ein real existierendes Bild der Muslime, das in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung findet, in die Gesamtgesellschaft hineinzutragen.

In erster Linie sind es die zahlreichen persönlichen Gespräche zwischen den Gastgebern und den Moscheebesuchern, die das mediale Abbild von „Islam und Muslimen“ in ein neues Licht rücken. Mehr denn je ist es notwendig, sich auf Basis von grundlegenden Informationen über den Islam auszutauschen. Dabei steht für Muslime die authentische Vermittlung des religiösen Selbstverständnisses im Vordergrund.

Durch solch eine gemeinsame Basis wird Missverständnissen vorgebeugt und die Vielfalt des muslimischen Lebens in Deutschland deutlich gemacht. Somit soll das Gegenüber nicht als der „Andere“ oder der „Fremde“ wahrgenommen werden, sondern als das „Wir“ in der Gesellschaft.

Der Tag der offenen Moschee ist eine gute Basis für den Dialog. Dieser Austausch ist unverzichtbar in religiös und kulturell pluralistischen Gesellschaften wie der Bundesrepublik Deutschland. Das Gespräch, welches oftmals mit einer einfachen Begegnung, einem Gruß oder mit einem gemeinsamen Mahl beginnt, lässt Menschen zueinander kommen, damit die Widrigkeiten der gemeinsamen Gesellschaft bewältigt werden können. Das Ergebnis solch eines Dialogs wird im Idealfall die gesamtgesellschaftliche Teilhabe fördern.